„Bewegung braucht der Mensch“

So lautete das Thema des Männervespers im Öschinger Gemeindehaus am Donnerstag, den 8. Oktober 2015. Viele Interessierte ließen sich  bewegen, um mehr von diesem spannenden Referat zu hören, zumal die Bewegung nicht nur körperlich, sondern auch unter geistigem und geistlichem Gesichtspunkt unter die Lupe genommen wurde.
Traditionell wurde aber zuerst die angenehme „Bewegung“ mit Messer und Gabel vorgenommen, um das leckere Vesper, Kasseler mit Sauerkraut, in aller Ruhe zu genießen.

Das Referat hielt der in Öschingen wohlbekannte Dekan i.R. Emil Haag aus Bodelshausen, der jeden Besucher mit Handschlag und netten Worten begrüßte. Nicht mehr ganz so „nett“ allerdings begann er sein sehr interessantes Referat:
 „1700 Schritte am Tag“ in zehn Minuten! Bewegung ist das A und O für den Menschen. Wer das beherzigt, lebt länger als andere, so die Wissenschaftler.
In der Runde der Anwesenden breitete sich eine nachdenkliche Ruhe aus. Der Referent führte aus, dass er auf ärztlichen Rat hin seit langen Jahren fast jeden Tag 10 km mit dem Fahrrad unterwegs ist. Dieses Ritual sei für ihn zu einer positiven Sucht geworden.
Durch Zeitmangel und Bequemlichkeit haben wir uns einen Lebensstil angeeignet, der uns auf die Dauer krank macht.

Daher sechs Regeln, wie wir unseren Körper fit halten:

Mäßiger Alkoholkonsum
(Alkohol ist Gift für das Gehirn)

Auf die Figur achten
(200 Millionen Europäer sind zu dick)

Das Rauchen einstellen oder besser erst gar nicht anfangen

Bluthochdruck vermeiden
(Stress, Alkohol, Übergewicht)

Sportlich aktiv sein
(Sport stärkt die Abwehrkräfte)

Auf den Blutzucker achten
(Wenig Fett, wenig Kalorien)

Es liegt an uns allen, durch Kontrollieren und Beachten dieser Regeln einen großen Nutzen für unsere Gesundheit zu erzielen.
Im zweiten Teil seiner Ausführungen ging Herr Haag auf eine andere wichtige „Bewegungsart“ ein, nämlich die Bewegung in Glaubensdingen. Bei der körperlichen Bewegung geht es darum, gewisse Regeln zu beachten, dass wir aktiv werden müssen.
In Sachen „Glauben“ geht es anders herum. Glauben ist das schlichte Vertrauen zu Gott. Eine vertrauensvolle Beziehung zu Gott haben und sie pflegen – das ist „glauben“. Die Schönheit einer liebenden Beziehung lebt doch ganz und gar von diesem Vertrauen zueinander. Wer in einer solchen Beziehung anfängt zu kontrollieren oder etwas zu beweisen, hat im Grunde die Liebe schon zerstört.
Abraham, so können wir in der Bibel lesen, hat im Vertrauen auf Gott einen Schritt ins Unbekannte getan. Er verließ sich auf die Zusage Gottes: „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.“
Wie nun kommt Bewegung in das Glaubensleben eines Menschen? Wer auf seinem Kinderglauben sitzen bleibt, ist schon längst zurückgefallen; wer auf dem Stand seines Konfirmandenglaubens ist, hat längst in Glaubensdingen abgehängt.
Denn hier gilt: Stillstand ist Rückschritt.
Nach dem Zeugnis der Bibel ist Glaube immer auf Gemeinschaft angelegt. Es gibt keinen rein privaten Glauben. Die Christen kommen zusammen und sie bleiben zusammen - ein Leben in der christlichen Gemeinschaft.
Das Beten ist das Atmen des Glaubens - für den einzelnen Christen, aber auch für eine Gemeinschaft und Gemeinde. Glaube als Beziehung von Mensch zu Gott und umgekehrt bedarf des Redens durch Gott und umgekehrt mit Gott - ein Hin und Her der Kommunikation. Wo sie eingestellt wird, endet die Beziehung. „Der Ofen ist aus.“
Wer sich von Gott beschenken lässt - im Hören auf das Wort der Bibel, inmitten der christlichen Gemeinde, beim Abendmahl, beim Beten -, der erfährt geistliches Wachstum und eben dies bringt Bewegung.

Das Fazit des heutigen Abends:
Bewegung braucht der Mensch - körperlich - geistig - geistlich.
Bewegung ist Investition in die Zukunft.

Roland Rempfer bedankte sich im Namen der Anwesenden bei Herrn Haag mit einem kleinen Geschenk für ihn und seine Frau.
Eine anschließende Diskussionsrunde beendete den Abend.


Text: Rolf Knödler

Bilder: Robert Ullmann