Unterstützte Projekte der Weltmission

Gemüse aus der Wüste für Flüchtlinge aus Nordafrika (Mauretanien)              (Projektnr. 6)

Mali gilt als der gefährlichste Einsatz der UN-Blauhelme. Auch deutsche Soldaten sind vor Ort. Frieden gibt es dennoch nicht. Weiter fliehen Menschen. In Mauretanien hilft der LWB, ihnen unter schwierigsten Bedingungen ein Überleben zu sichern.

50.000 malische Flüchtlinge leben heute mitten in der mauretanischen Wüste im Flüchtlingslager M'berra. Bis zu 50 Grad wird es hier heiß. Wer hier Rettung sucht, flieht wahrlich um sein Leben. Über 160.000 Menschen sind seit 2012 aus Mali geflohen – vor dem Bürgerkrieg, den Tuareg-Rebellen oder islamistischen Anschlägen. Trotz des UN-Einsatzes kommen täglich neue Flüchtlinge in der Wüste an.

Der Lutherische Weltbund leitet das Lager M'berra. Schon lange ist es deutlich größer als Bassikounou, die nächste Stadt. Wasser und Weidegründe sind Mangelware in der Wüste. Das Lager zu versorgen und Konflikte mit den Einheimischen zu vermeiden, ist daher eine große Herausforderung. 30 Liter Trinkwasser gibt es im Lager pro Person. 2017 mussten die Essensrationen des Welternährungsprogramms gekürzt werden. Was tun?

Lebensmittel in der Wüste anzubauen, war eine Idee des LWB. Was verrückt klingt, funktioniert tatsächlich. Mit der richtigen Technik ist auch die Wüste fruchtbar: Effiziente Tröpfchenbewässerung benötigt nur ein Minimum an Wasser, die richtige Pflege und organischer Dünger helfen zu gutem Wachstum, Sonne gibt es genug. Noch dazu:Einheimische und Flüchtlinge arbeiten gemeinsam. Das reduziert Spannungen. Über 5.000 Menschen, 80 Prozent davon Frauen, haben durch den Lutherischen Weltbund schon gelernt, die Wüste zu kultivieren. Gesundes Gemüse ergänzt jetzt ihren Speiseplan. Ein kleines Wunder für Flüchtlinge in der Wüste. Helfen Sie mit!

Gesamtbudget des Mauretanien-Programms: 4,3 Millionen Euro.

Gewalt gegen Frauen und Kinder (Malaysia)                                                    (Projektnr. 36)

Häusliche Gewalt ist in Indonesien und Malaysia leider ein sehr verbreitetes Problem. 293.220 Fälle von Gewalt gegen Frauen und Kinder wurden der Frauenrechtskommission in Indonesien 2014 gemeldet. Die Dunkelziffer liegt weit höher. Rund 68 Prozent aller gemeldeten Gewalttaten in Indonesien und Malaysia sind Taten mit häuslicher Gewalt. Ähnlich ist es in Sabah, einem Mitgliedsstaat Malaysias. Die sexuellen Übergriffe gründen auf den patriarchalen Strukturen und Werten, die in der Gesellschaft stark verankert sind. Die Männer werden für ihre Taten meist nicht zur Verantwortung gezogen, und die Frauen kennen ihre Rechte nicht.

Das von der Basler Mission – Deutscher Zweig unterstützte Projekt von Mission 21 hilft Frauen und Kindern, die Opfer von Gewalt werden, sei es in Privathaushalten oder in Form von organisierter sexueller Ausbeutung. Die Partnerorganisationen von Mission 21/BMDZ in Indonesien und Malaysia arbeiten in ihrem Netzwerk religionsübergreifend und sehr eng mit den Basler Partnerkirchen Protestantische Kirche in Sabah und Basel Christian Church of Malaysia zusammen. Ihr Angebot umfasst zum einen die Ausbildung von Personal, um die Betroffenen seelsorgerlich zu betreuen und die Gewaltopfer zu schützen. Andererseits erfolgt Aufklärungsarbeit in Workshops, Schulungen und Kampagnen. Mit diesen Maßnahmen wird das Bewusstsein für Geschlechtergerechtigkeit in der Bevölkerung gefördert. Betroffene Opfer der Gewalt werden zudem ermutigt, sich zu öffnen und über ihre Erfahrungen zu sprechen.

Das Programm verzeichnet erste Erfolge: mehr von Gewalt betroffene Frauen melden sich und werden entsprechend begleitet. Sie erhalten Rechtsschutz, seelsorgerliche Beratung und wenn nötig Schutz. Einige Täter wurden bereits vor Gericht gebracht und verurteilt.

BMDZ/Mission 21 unterstützt das Projekt mit insgesamt 235.290 Euro.   

Hilfe für Mutter und Kind (Südsudan)                                                                (Projektnr. 41)

Im Südsudan herrschen mit die höchsten Mütter- und Kindersterblichkeitsraten der Welt. Wie auch in manch anderen afrikanischen Ländern leiden im Südsudan besonders Frauen und Säuglinge unter den schlechten hygienischen und medizinischen Bedingungen. Um diese zu verbessern, werden junge Geburtshelferinnen ausgebildet. Trägerin des Projekts ist die Partnerin von Mission 21, die Presbyterian Relief and Development Agency (PRDA), die im Auftrag der Presbyterianischen Kirche im Südsudan arbeitet. Pro zweijährigen Ausbildungsgang nehmen 20–25 Frauen aus den unterschiedlichen Regionen des Landes an der Ausbildung, die vom Südsudan staatlich anerkannt ist, teil. Danach kehren sie in der Regel in ihre Heimatregionen zurück. Als staatlich anerkannte Hebammen bringen sie dort ihr erworbenes Wissen zur Geburtshilfe, Gesundheitsförderung und Hygiene ein. Manche schließen auch eine weitere Qualifizierung an oder arbeiten anschließend in bereits bestehenden Institutionen. Ziel ist, die Gesundheitssituation im ganzen Land zu fördern.

Während des Bürgerkrieges 2014 wurde die Schule zerstört und war gezwungen, nach Kenia umzusiedeln. In der Nähe der südsudanesischen Grenze setzt sie seitdem ihre Arbeit im Ort Lokichoggio fort. Zum Lernstoff zählen neben der Geburtshilfe, Schwangerenbetreuung, Säuglingsversorgung auch Grundlagen zur Anatomie und Physiologie ebenso wie allgemeinbildende Inhalte aus den Bereichen Mathematik, Englisch und Erste Hilfe.

Wichtiger Bestandteil des Programms ist die Kooperation mit örtlichen Krankenhäusern, nun in Nord-Kenia vor allem mit den medizinischen Einrichtungen im nahgelegenen Flüchtlingslager Kakuma. Dort sammeln die Schülerinnen während längerer Praktikumsphasen wichtige praktische Erfahrungen. Die Schule benötigt finanzielle Unterstützung beim Kauf von Materialien und Arbeitskleidung, bei der Beherbergung und Verpflegung der angehenden Hebammen, beim Bau und der Unterhaltung von
Unterrichtsräumen.

BMDZ/Mission 21 unterstützt die Hebammenausbildung mit insgesamt 96.000 Euro pro Jahr.

Jugendarbeit und Straßenkinderheim (Südsudan)                                           (Projektnr. 42)

Die erste Euphorie über die Unabhängigkeit des Südsudans war nach zweieinhalb Jahren vorbei, als der Bürgerkrieg im jüngsten Staat der Welt ausbrach. Das Land und seine Menschen stehen vor einer ungewissen Zukunft. Unsere Partnerkirche, die Presbyterianische Kirche im Südsudan (PCOSS), steht den Menschen auch in diesen schwierigen Zeiten zur Seite und reagiert auf die neuen Herausforderungen. Die Leitung des Jugenddepartements legt einen Schwerpunkt auf die Friedens- und Versöhnungsarbeit. Gerade für Jugendliche, die ein Leben in Frieden kaum kennen, ist es wichtig, dass sie eine Perspektive erhalten und lernen, Konflikte gewaltfrei zu lösen. Jugendliche werden darin ausgebildet, als Friedensstifter zu wirken. Die Seminare richten sich insbesondere an Flüchtlinge, deren Lage besonders prekär ist.

Unsere besondere Sorge gilt den Straßenkindern und dem Heim Muhabba im Norden des Südsudan. Während der letzten kriegerischen Auseinandersetzungen und akuter Bedrohung mussten die Kinder und Lehrer jenseits der Grenze in den Sudan nach Kosti evakuiert werden. Dafür trennten sich die Lehrer sogar von den eigenen Familien. Inzwischen hat sich die Lage soweit stabilisiert, dass alle Kinder wieder in ihr Heim in Renk zurückkehren konnten. Es konnten in den letzten Monaten sogar noch 7 weitere Kinder aufgenommen werden, so dass nun im Muhabba-Heim 28 ehemalige Straßenkinder betreut werden. Die Zahl der Straßenkinder ist durch die Auseinandersetzungen gestiegen und der Bedarf ist dringender denn je. Die Verantwortlichen vor Ort hoffen daher sehr, dass sie und die Kinder bald wieder in Frieden und relativer Sicherheit leben können.
Ein Zuhause, regelmäßige Mahlzeiten, Liebe und Fürsorge: Das ist es, was die ehemaligen Straßenkinder brauchen. Mithilfe einer speziellen psychosozialen Ausbildung des Direktors und der Lehrerschaft werden die Kinder nun auch gezielt bei der Überwindung ihrer traumatischen Erlebnisse unterstützt. Außerdem erhalten sie Schulgeld – nur durch den Besuch einer Schule haben sie die Chance auf eine gesicherte Zukunft.

BDMZ/Mission 21 unterstützt diese Arbeit mit insgesamt 100.000 Euro.

Bankverbindungen der Kirchengemeinde Öschingen:

Volksbank Steinlach-Wiesaz-Härten
IBAN: DE75640618540009606009   BIC: GENODES1STW

Kreissparkasse Tübingen
IBAN: DE22641500200003014701   BIC: SOLADES1TUB