Die evangelischen Pfarrer in Öschingen seit der Reformation
(ihre Amtszeit in Öschingen ist hinter ihrem Namen in Klammern angegeben)

Narzissus Lehner (Liner oder Leyner) (1534?-1548?)
Über diesen Pfarrer ist kaum etwas bekannt.

 

Samuel Schäffer oder Schäfer (1557-1561)
Samuel Schäffer (oder Schäfer) stammte aus Esslingen. Er begann sein Studium in Tübingen 1548, sein erstes Examen erfolgte 1551. Nach seiner Amtszeit in Öschingen war er von 1561-1564 Diakon in Esslingen. Er wurde als „Trunkenbold & Ehebrecher“ abgesetzt.

 

Wolfgang Gabelkofer (1561-1566)
Gabelkofer stammte aus Tübingen und begann dort sein Studium 1552. 1560 war er 1. Diakon in Kirchheim/T. „Er starb an 19. Apr. 1566 samt seiner Gattin & 2 Kindern an der Pest“, wohl in Öschingen.

 

Matthias Mayer (1566-1569)
(auch Maier/Majer), Diakon in Beilstein 1554, in Winnenden 1555, Pfarrer in Onstmettingen 1556, in Mössingen 1556, Diakon in Haubersbronn, Pfarrer in Peterzell (ebenfalls 1556), nach der Amtszeit in Öschingen Pfarrer in Wart 1569 und in Genkingen 1576-80.

 

Peter Hainlin (1569-1571)
Hainlin stammte aus Backnang und begann sein Studium 1561 in Tübingen, Magisterexamen 1564. 1566  und 1568 1. bzw. 2. Diakon in Tübingen, danach Pfarrer in Öschingen.

 

Martin Schad (1571-1616)
Schad (in manchen Quellen heißt er Martin Wagner)  wurde 1549 in Neu(en)stadt  geboren und begann sein Studium 1566 in Tübingen, Magister wurde er 1569. Nach kurzer Amtszeit als Diakon in Dettingen/Erms wurde er Pfarrer in Öschingen und amtierte hier 45 Jahre bis zu seinem Tod im Jahre 1616.

Er hatte 7 Kinder.

 

Konrad Weinland (1616-1636)
Weinland wurde 1574 in Ohmden geboren und begann 1593 sein Studium in Tübingen. 1598 wurde er Magister. Diakon in St. Georgen (Schwarzwald) 1603, Pfarrer in Pflummern 1606. Nach zwanzigjähriger Amtszeit in Öschingen noch zwei Jahre Pfarrer in Nehren. Er starb 1638 in Tübingen wohl kriegsbedingt „auf der Flucht“.

 

Johannes Honold (1636-1644)
Honold wurde 1603 in Tübingen geboren. 1632-33 war er dort als Repetent tätig. Pfarrer in Stockheim 1633 (?) bis 1635, Diakon in Freudenstadt 1635-36. Nach seiner achtjährigen Amtszeit in Öschingen versah er 24 Jahre lang das Pfarramt in Dusslingen.

 

Johann Kaspar Sutor (1644-1648)
Sutor wurde 1617 in Heidenheim geboren. 1639 wurde er Magister. Pfarrer in Buchenberg 1642, in Tennenbronn 1642-44, nach seiner Amtszeit in Öschingen wurde er Pfarrer in Altdorf und starb dort 1667.

 

Von 1648 bis 1650 war die Pfarrstelle unbesetzt und wurde von Talheim aus betreut.


Martin Schmid (1650-1660)
Schmidt wurde 1627 in Tübingen geboren. Er starb 1660 (vermutlich in Öschingen).

 

Georg Mürdel (1660-1661)
Mürdel stammte aus Ulm. 1648 wurde er Pfarrer in Grossheppach, er starb 1661 (vermutlich in Öschingen)

 

Georg Laub (1661-1662)
Laub wurde 1626 in Augsburg geboren und studierte in Straßburg, dort auch das Magisterexamen. Nach mehreren wissenschaftlichen Reisen im Ausland zurück in Augsburg (ohne Amt), 1559 Diakon in Tuttlingen, 1662 Pfarrer in Schöckingen, 1669 Pfarrer, Dekan und Hofprediger in Pfedelbach, seit 1676 wieder Prediger in Augsburg. Er starb 1686.

 

Veröffentlichung: Leichenrede über Maria Catharina von Olnhausen / von Georg Laub. Stuttgart 1675

 

Lukas Osiander (1662-1668)
Osiander wurde 1634 in Markgröningen geboren, Magister 1656, 1. Diakon in Murrhardt 1659, nach seiner Amtszeit in Öschingen Pfarrer in Holzgerlingen 1668-1707.

 

Johannes Seeger (1668-1675)
Seeger wurde 1643 in Tübingen geboren, Magister 1662, Pfarrverweser in Wittendorf 1664, Pfarrer in Reinerzau 1665, nach seiner Amtszeit in Öschingen Pfarrer in Kilchberg. Er starb 1685.

 

Johann Anastasius Cellius (1675-1685)
Cellius wurde 1620 in Tübingen geboren, Magister 1639, Pfarrer in Willsbach 1644, in Sülzbach 1655, in Scharnhausen 1661, in Münklingen 1664, in Kilchberg 1666. Er starb 1685, vermutlich in Öschingen.

 

Andreas Hartmann (1685-1708)
Hartmann wurde ca. 1645 in Warmbronn geboren. Magister 1667, Pfarrer in Aistaig 1673, er starb 1708 in Öschingen.

 

Ludwig Friedrich Engel (1708-1758)
Engel wurde 1675 in Tübingen geboren, Magister 1698, Repetent 1702. Er starb nach 50jähriger Amtszeit (!) 1758 in seiner Öschinger Gemeinde.

 

Christian Hieronymus Schäffer (1759-1777)
Schäffer wurde 1702 in Zaisersweiher geboren, Magister 1724, Pfarrer in Ottenhausen 1735. Er starb 1778.

 

Jakob Adam Weigelin (1777-1799)
Weigelin wurde 1746 in Tübingen geboren, Magister 1765, Vikar in Erpfingen 1772, nach 22jähriger Amtszeit in Öschingen starb er hier 1799.

 

Johann Ludwig Lenz (1800-1811)
Lenz wurde 1757 in Stuttgart geboren, Magister 1777. Diakon in Tuttlingen 1791. Nach seiner Amtszeit in Öschingen 1811 Dekan und Pfarrer in Dürrmenz, zugleich  Schulkonferenzdirektor (1816-1821). Er starb 1827 in Stuttgart.

 

Veröffentlichung : De Theoremate Cotesiano Ad Illvstrandam Sectionem De Inveniendis Factoribvs Trinomialibvs Analyseos Infin. Kaestner, Tübingen 1777 (Magisterdissertation)


Karl Friedrich Hofacker (1811-1812)
Hofacker wurde 1758 in Nagold geboren, Magister 1778. Diakon in Wildbad 1793, Pfarrer in Gärtringen 1798, Stadtpfarrer an St. Leonhard in Stuttgart 1812-1824, dort zugleich Amtsdekan. Er starb 1824 in Stuttgart. Vater des Erweckungspredigers und Pfarrers Ludwig Hofacker.

 

Christian Adam Dann (1812-1819)
Dann wurde 1758 in Tübingen geboren, Magister 1779. Repetent 1785, 2. Diakon in Göppingen 1793, Pfarrer an St. Leonhard in Stuttgart 1794, an der Hospitalkirche in Stuttgart 1812. Pfarrer in Mössingen 1819-1824, 1. Diakon an der Stiftskirche Stuttgart 1824, 1825 wiederum Stadtpfarrer an St. Leonhard. Er starb 1837.

 

Zahlreiche Veröffentlichungen, Pionier des Tierschutzgedankens.

 

Theodor Christian Zeller (1820-1828)
Zeller wurde 1783 in Nussbaum geboren, Magister 1803. Präzeptor in Tuttlingen 1806, Pfarrer in Münster a.K.  1812-1813, in Bodelshausen 1816, in Laichingen 1827-1828, in Dusslingen 1840. Er starb 1847.

 

Veröffentlichungen: Worte eines Seelsorgers an seine Gemeinde bei der Beerdigung zweier Kinder, welche in den Flammen [in Bodelshausen] umgekommen sind / von Theodor Christian Zeller. Tübingen 1818

 

Ehrenrettung der Buchstabirmethode gegen die Vorwürfe neuerer Leselehrer, besonders gegen Stephani, Tübingen 1824

 

Über ihn (Leichenpredigt): Zur Erinnerung an M. Theodor Christian Zeller, Pfarrer in Dußlingen : geboren den 24. Juni 1783, gestorben den 2. November 1847, beerdigt den 4. November 1847, Tübingen 1848

 

Christoph Baumann (1828-1845)
Baumann wurde 1789 in Richterswyl (Kanton Zürich) geboren, Pfarrverweser in Ganslosen (Auendorf) 1820, dort 1821 Pfarrer. Nach seiner Amtszeit in Öschingen Pfarrer in Weissach 1845. Er starb 1863 in Lauffen a.d.E.

 

Ludwig Friedrich Staib (Pfarrverweser 1845), er lebte von 1810-1876.

 

Friedrich Wilhelm Schmidt (1845-1862)
Schmidt wurde 1803 in Tübingen geboren, Vikar in Köngen 1827-1832, Pfarrverweser in Gutenberg 1832, Neuffen 1832, Gültstein 1833, Ostelsheim 1833, Pfarrer in Truchtelfingen 1834, in Kirchentellinsfurt 1862. Er starb 1877 in Nürtingen.

 

Veröffentlichungen: Das Leben Eberhards im Bart, ersten Herzogs von Württemberg : eine vom Volksschulverein gekrönte Preisschrift / von Pfarrer Schmidt. Stuttgart 1840 (Volksschriften des Württembergischen Volks-Schul-Vereins ; 1)

 

Johannes Osiander : eine Volksschrift / von Schmidt. Tübingen 1843

 

Ueber die Sage, dass die Bewohner der Steinlachgegend schwedischer Herkunft seyen, in: Württembergische Jahrbücher für vaterländische Geschichte, Geographie, Statistik und Topographie, Jg. 1848, S. 181-196

 

Christian Gottlieb Heim (Pfarrverweser 1862), er lebte von 1827-1907.

 

Kaspar Gulde (1862-1885)
Gulde wurde 1807 in Ofterdingen geboren. Pfarrverweser bzw. Diakon in Ebingen 1839, Pfarrer in Erpfingen 1841.  Nach 23jähriger Amtszeit in Öschingen wurde er pensioniert und starb 1889 in Ludwigsburg.

 

Matthäus Mann (1885-1887)
Mann wurde 1838 in Münsingen geboren. Pfarrverweser in Rielingshausen 1865, Diakon-Verw. in Böblingen 1866, Pfarrverweser in Schramberg 1866, in Berkheim 1869, Pfarrer in Sontheim 1870, in Schömberg (Dek. Freudenstadt) 1873, in Wittendorf 1878. Er starb nach kurzer Amtszeit in Öschingen.
Ein Nachfahre von ihm ist Prof. Dr. Bernhard Mann, Im Pfarrgarten 21, Mössingen-Belsen (geb. 1936)

 

Wilhelm Karl Hermann Moser (1887-1897)
Moser wurde 1830 in Stuttgart geboren. Pfarrverweser Genkingen 1859, in Schömberg (Dek. Freudenstadt) 1860, Vikar in Birkenfeld 1860, Pfarrverweser in Frauenzimmern 1861, Diakon-Verw. in Bönnigheim 1861, Vikar in Zuffenhausen 1862, Pfarrverweser in Rohrdorf 1862, Pfarrer in Erligheim 1866-67, in Unterlenningen 1874-1881, Pfarrer in Ebhausen 1881. Am Ende seiner Amtszeit in Öschingen pensioniert. Er starb 1906 in Nagold.
Moser legte eine umfangreiche Ortschronik von Öschingen an, nach ihm ist die Moserstraße benannt.

 

Georg Sigwart (Pfarrverweser 1897)
Sigwart wurde 1867 in Tübingen geboren und war der Sohn des dortigen Philosophieprofessors Christoph Sigwart. Pfarrverweser in Breitenholz 1893, in Scharnhausen 1893, in Notzingen 1895, Pfarrer in Emmingen 1898-1934. Er starb 1945.

 

Albert Westermayer (Pfarrverweser 1898), er lebte von 1871-1908.

 

Friedrich Trefz (1898-1908)
Trefz wurde 1862 in Tübingen geboren. Diakon-Verw. in Marbach 1887, Pfarrverweser in Alpirsbach 1888, in Vöhringen 1888, Pfarrer in Riedbach 1889, in Schäftersheim 1892, in Laupheim 1908-1934. Er starb 1946 in Stuttgart.

 

Dr. Karl Hahn (Pfarrverweser 1909)

 

Eberhard Teufel (Pfarrverweser 1909)

 

Friedrich Wiest (1909-1916)
Wiest wurde 1862 in Stein am Rhein geboren. Pfarrverweser in Ruppertshofen 1888, Pfarrer in Rieden 1891, in Hopfau 1896, in Creglingen 1906. Er starb 1916 in Öschingen.

 

Wilhelm Schilpp (Pfarrverweser 1916)


Paul Steinestel (1916-1931)
Steinestel wurde 1884 in Stuttgart geboren. Vikar in Stetten i.R. 1908, Vikar und Pfarrverweser in Hemmingen 1910, in Asselfingen 1911, in Biberach 1911, in Oberholzheim 1911, in Ebingen 1912, Pfarrverweser in Pfeffingen 1914, wiederum in Ebingen 1915, in Cannstatt 1916. Lazarett-Geistlicher 1916. Pfarrverweser in Dettingen u.T. 1916. Pfarrer in Nehren 1931-1951. Er starb 1979.
Sein Sohn Helmut Steinestel (geb. 1926 in Öschingen) war von 1979-1990 Pfarrer in Tübingen-Unterjesingen, er wohnt in Tübingen.

 

Samuel Schaible (1931-1948)
Schaible wurde 1883 in Nyenhangli/China als Sohn eines Missionars geboren, Vikar in Sontheim 1908, in Möttlingen 1909, Pfarrverweser in Monakam 1910, in Ochsenwang 1911. Pfarrer in Wart 1914, in Ohnastetten 1924. Er starb 1949.

 

Veröffentlichung: Friedrich Christoph Oetingers Leben, von ihm selbst beschrieben; mit einem Bild und Verzeichnis der Schriften von und über Oetinger, Schwäbisch Gmünd 1927

 

Gustav Kaiser (1949-1958)
Kaiser wurde 1912 in Stuttgart geboren, Pfarrer in Massenbach 1938, an der Martinskirche Tübingen 1958, Klinikpfarrer Heidenheim 1967. Er starb 1995.

 

Eberhard Bezner (1958-1966)
Bezner wurde 1904 in Erkenbrechtsweiler geboren. Pfarrer in Gächingen 1931, in Schura 1947. Er starb 1993.

 

Helmut Wenzel (1966-1977)
Wenzel wurde 1908 in Hohenstein-Ernstthal geboren. Pfarrer in Schönau 1933, Urspringschule Mochental 1961, Christopherusschule Altensteig 1964.

Er starb 1994.

 

Fritz Hirning (1977-1989)
Hirning wurde 1927 in Bäretswil (Schweiz) geboren. Pfarrer in Brasilien 1964, in Grabenstetten 1966. Er lebt in Mössingen-Belsen.

 

Jörg Hahn (1990-2008)
Hahn wurde 1956 in Ludwigsburg geboren. Pfarrer in Schorndorf 1987, seit 2009 in Grafenberg.

 

Die Angaben stammen größtenteils aus dem Werk von Christian Sigel, Das evangelische Württemberg (Hauptteil 2, Generalmagisterbuch, Stuttgart 1831) sowie aus verschiedenen württembergischen Pfarrerverzeichnissen.

Zusammengestellt von Dr. Wilfried Lagler

Diese Liste wurde auf einer Holztafel verewigt und kann in der Sakristei angesehen werden.